Eine Genua Städtereise offenbart eine andere Seite Italiens: Mit seinen prächtigen Renaissance-Palästen, engen Altstadtgassen und dem großen Mittelmeerhafen zeigt die ligurische Hafenstadt weniger Prestige, dafür umso mehr Geschichte, Genuss und vielversprechende Reisemomente.
Genua ist keine Stadt, deren Schönheit und Besonderheit man unbedingt auf den ersten Blick erkennt. Während Florenz mit Renaissancefassaden glänzt und Venedig seine Schönheit beinahe selbstverständlich zur Schau stellt, wirkt die ligurische Hafenstadt zunächst weniger ansehnlich. Zwischen den engen historischen Fassaden, kleinen Geschäften und dem geschäftigen Hafen zeigt sich ihre Geschichte mit allen Ecken und Kanten.
Hinter dieser raueren Oberfläche verbirgt sich eine Stadt von erstaunlicher Grandezza. Genua war einst eine der mächtigsten Handels- und Seerepubliken Europas – und wer durch das historische Zentrum spaziert, begegnet dieser Vergangenheit auf Schritt und Tritt. Mittendrin liegt zudem ein ganz besonderes Grand Hotel, das es zu entdecken lohnt.
Wo die Genueser Aristokratie zu Hause war
Besonders eindrucksvoll wird die Geschichte entlang der Strade Nuove. Hier reiht sich ein historischer Palazzo an den nächsten.
Die Palazzi dei Rolli gehören heute zum UNESCO-Welterbe und erzählen von einer Zeit, in der Genua wirtschaftlich und politisch auf dem Höhepunkt seiner Macht stand. 42 Paläste des historischen Rolli-Systems gehören zum Welterbe.
Ursprünglich waren die prächtigen Privatresidenzen Teil eines staatlich organisierten Systems, in dem hochrangige Besucher wie Fürsten, Botschafter und andere Staatsgäste untergebracht wurden.
Palazzo Rosso, Palazzo Bianco und Palazzo Tursi an der Via Garibaldi sind heute öffentlich zugänglich. Ihre Innenräume mit Fresken, Stuck, Marmortreppen und Kunstsammlungen vermitteln noch immer eine Vorstellung davon, wie luxuriös das Leben der genuesischen Eliten einst war.

Pesto, Focaccia und die Kunst des Genießens
Auch kulinarisch muss Genua nicht mit der großen italienischen Bühne konkurrieren. Die Stadt hat längst ihre eigene Sprache gefunden – und die beginnt mit Basilikum.
Pesto alla Genovese wird traditionell im Marmormörser zubereitet, aus Basilikum, Knoblauch, Pinienkernen, Parmesan, Pecorino, Olivenöl und Salz. Am besten kombiniert man ihn mit Gnocchi oder anderen frischen Pastasorten.
Wer Genua kulinarisch kennenlernen möchte, sollte sich deshalb nicht nur in ein gutes Restaurant setzen. Spannender sind Erlebnisse, bei denen man die lokale Küche selbst entdeckt: frische Pasta, handgemachte Trofie, Pansotti mit Walnusssauce oder die hauchdünnen Mandilli, eine traditionelle genuesische Pasta, die an kleine Seidentücher erinnert.
Dazu eine noch warme Focaccia, ein Glas ligurischer Weißwein und später vielleicht ein Dinner mit Fisch und Meeresfrüchten.
Die regionale Küche lebt von Olivenöl, Kräutern, Gemüse, Fisch und wenigen, guten Zutaten und sollte auf jeden Fall bei einer Reise probiert werden.

Genua Städtereise: Zwischen Meer, Hafen und Palazzi
Den besten Überblick und die schönste Aussicht über Genua verschafft man sich von der Spianata Castelletto. Von dort reicht der Blick über die Dächer der Altstadt bis zum Hafen und hinaus aufs Mittelmeer.
Wer diesen maritimen Charakter intensiver erleben möchte, sollte die Stadt nicht ausschließlich zu Fuß entdecken. Eine Ausfahrt entlang der ligurischen Küste, ein privates Boot zum Sonnenuntergang oder ein Aperitivo an Bord bringt eine andere, besonders elegante Perspektive auf die Stadt.
Hoteltipp: Grand Hotel Savoia – wo Genuas Geschichte spürbar ist
Wer in Genua stilvoll und mit einem Gespür für Geschichte wohnen möchte, findet im Grand Hotel Savoia, Curio Collection by Hilton, einen besonders passenden Rückzugsort.
Das Hotel liegt direkt gegenüber dem Bahnhof Piazza Principe – praktisch für die Anreise, aber auch ein Stück Geschichte für sich: Seit der Eröffnung 1897 hat das Grand Hotel Savoia im Stil der Belle Époque schon Königsfamilien, Künstler und Politiker beherbergt.
Ende 2025 wurde es nach einer umfassenden Renovierung neu eröffnet, sodass historischer Charakter und zeitgemäßer Komfort heute Hand in Hand gehen.

Schon beim Betreten der Lobby wird klar, wie viel Wert auf Atmosphäre gelegt wurde: hohe Decken, warme Farben und eleganter Marmor lassen die Geschichte des Gebäudes imposant im Interior aufleben.
Bewusst hat man dabei nicht auf sterile Perfektion gesetzt, sondern auf gelebte Patina und Charakter, ganz im Sinne der Stadt, die es umgibt.

Besonders in Erinnerung geblieben ist uns die Dachterrasse: Von dort reicht der Blick über die Dächer Genuas bis zum Hafen, während man bei einem Aperitivo dem Alltag der Stadt für einen Moment entkommt. Wer es noch entspannter mag, findet hier auch Whirlpools mit Ausblick, ein Detail, das dem Aufenthalt spürbar eine Extra-Portion Urlaubsgefühl gibt.
Kulinarisch zeigt sich das Hotel ebenso ambitioniert: Im hauseigenen Ristorante Salgari trifft ligurische Küche auf stilvolles Ambiente, morgens wird ein umfangreiches Frühstück serviert, im Sommer auch auf der Terrasse, mit Blick auf die Dächer der Stadt und das Meer in der Ferne.

Auch dem Thema Erholung hat man sich bewusst gewidmet: Der Spa-Bereich des Hotels bietet Sauna, Dampfbad und verschiedene Behandlungen. Ein ruhiger Gegenpol zum quirligen Hafenleben, das man direkt vor der Tür hat.

Diese Mischung aus historischem Flair, durchdachtem Design und einem Gespür für die kleinen Details macht das Grand Hotel Savoia zum idealen Ausgangspunkt, um Genua und seine Geschichte zu entdecken.


Genua: Perfekt unperfekt
Genua wird wohl nie ganz oben auf der Liste stehen, wenn man an Italien denkt – dafür sind Florenz, Venedig oder die Amalfiküste zu präsent in unseren Köpfen. Aber gerade das macht die Stadt interessant: Wer sich auf ihre Geschichte einlässt, wird mit einer Fülle an Palazzi, Kunst und kulinarischen Entdeckungen belohnt, die eine Reise mehr als rechtfertigen.
Wer eine Genua Städtereise plant, findet zudem einen idealen Ausgangspunkt für eine Route entlang der italienischen und französischen Küste bis nach Monaco – für alle, die offen dafür sind, dass Schönheit nicht immer makellos sein muss. Genua ist perfekt unperfekt, und genau darin liegt sein Reiz: eine Stadt, die nicht posiert, sondern lebt.
Titelbild: Aleksandr Popov via Unsplash




