Dubai, 6:30 Uhr morgens. Separater Business Class Eingang, eigene Passkontrolle, eigene Sicherheitskontrolle – wenige Minuten später sitzen wir in der Lounge.
Noch bevor das Boarding beginnt, ist klar: Dieser Flug wird sich anders anfühlen als die meisten. Die Emirates Business Class in der Airbus A380 von Dubai nach Frankfurt ist kein neues Produkt mehr, aber eines, das noch immer überzeugt. Warum, zeigt dieser Erfahrungsbericht.
Die Reise beginnt am Boden
Emirates fliegt ab Terminal 3 in Dubai und bereits das Business Class Erlebnis. Business Class Passagiere können direkt zum separaten Eingang vorfahren, mit eigenem Check-in, eigener Passkontrolle und eigener Sicherheitskontrolle. Bei unserer Ankunft gegen 6:30 Uhr morgens dauerte der gesamte Prozess nur wenige Minuten.
Die Business Class Lounge in Concourse A ist großzügig angelegt und erstreckt sich weitläufig oberhalb der Gates.

Frühstücksbuffet, Champagner, Ruhezonen, Duschen – das Angebot in der Lounge ist vielfältig und gut.
Das Boarding erfolgt direkt aus der Lounge, ohne den regulären Gatebereich aufsuchen zu müssen.

Der konkrete Sitz ist wichtig
Die Emirates Business Class an Bord der Airbus A380 erstreckt sich über zwei Kabinen. Dabei ist die vordere deutlich größer als die hintere mit nur vier Reihen.
Wir hatten uns bewusst für die kleinere Kabine im hinteren Bereich des Upper Decks entschieden – unmittelbar vor der Onboard Lounge, ein deutlich privaterer Charakter als die große vordere Kabine.

Die Emirates Business Class ist in der A380 in einer 1-2-1-Konfiguration angeordnet, sodass jeder Passagier direkten Gangzugang hat. An den Fensterpositionen entsteht durch die Nähe zur Kabinenwand ein angenehm privates Gefühl. In den Mittelreihen befinden sich die sogenannten Honeymoon Seats, die sich besonders für gemeinsam Reisende eignen, da die Sitze ohne Trennwand nebeneinander liegen.

Der Sitz lässt sich vollständig flach stellen – 2,1 Meter Liegefläche, ausreichend Bewegungsfreiheit, eine Matratzenauflage, die den Unterschied zwischen Schlafen und Ausruhen macht.
Was uns nach wie vor begeistert, ist die persönliche Minibar direkt neben dem Sitz. Wasser und Softdrinks jederzeit verfügbar, ohne auf den Service warten zu müssen. Direkt daneben: Steckdosen, USB-Anschlüsse und alle relevanten Bedienelemente.
An den Fensterplätzen kommen zusätzliche Staufächer hinzu, die persönliche Gegenstände griffbereit halten.

Natürlich gibt es mittlerweile neuere Produkte mit Türen und noch mehr Privatsphäre. Aber die A380 hat ein eigenes Raumgefühl – breite Kabine, hohe Decken, gedämpfte Geräuschkulisse – das sich nicht einfach replizieren lässt. Und die 76 Business Class Sitze befinden sich ausnahmslos im Oberdeck, was dem Flug eine zusätzliche Exklusivität verleiht.
Kulinarik und Service
Bereits beim Einsteigen lagen Slipper, Schlafmaske, Decke und Matratzenauflage am Sitz bereit. Der Welcome Drink – Champagner, Wasser oder Saft – folgte kurz nach dem Platznehmen.
Zum Frühstück entschieden wir uns für das kontinentale Angebot mit Wurst, Käse, Gemüse und Joghurt, dazu einen Mimosa. Was zunächst unspektakulär klingt, überzeugte geschmacklich deutlich mehr als erwartet.

Rund zweieinhalb Stunden vor der Landung folgte das Mittagessen. Vorspeise: Vitello Tonnato, etwas dicker geschnitten als üblich, aber geschmacklich überzeugend. Hauptgang: Beef Steak mit Brokkoli und Kartoffelpüree, saftig, nicht durchgebraten, genau so, wie ein Steak sein sollte. Den Abschluss bildete die Käseplatte statt eines süßen Desserts.

Die Emirates Onboard Lounge: Das Alleinstellungsmerkmal
Das eigentliche Herzstück der Emirates Business Class im A380 ist die Onboard Lounge im hinteren Teil des Upper Decks. Eine echte Bar während des Fluges, die tatsächlich als Social Space funktioniert, findet man so gut wie nirgendwo sonst.

Die Getränkekarte ist für eine Bordbar bemerkenswert: Champagne Cocktail, Aperol Spritz, Vesper, Kir Royale, Old Fashioned, Negroni, Mojito, Cosmopolitan, Espresso Martini – dazu alkoholfreie Alternativen und Snacks.
Was aber weniger die Karte als die Atmosphäre ausmacht: Passagiere kommen ins Gespräch, die Crew nimmt sich Zeit, die Stimmung ist locker. Man steht mit einem Drink an einer Bar, unterhält sich und vergisst dabei beinahe, dass man sich auf Reiseflughöhe befindet.


Fotos sind nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Die Crew hat dafür sogar eine Polaroid-Kamera an Bord.
Entertainment und WiFi
Das ICE System bietet aktuell bis zu 6.500 Kanäle – Filme, Serien, Musik, Podcasts, Spiele, internationale Inhalte, aktuelle Produktionen. Auf einem sechsstündigen Flug ist es praktisch unmöglich, mehr als einen kleinen Teil davon zu erkunden.

Das WiFi funktionierte auf unserem Flug durchgehend stabil und für normales Arbeiten und Surfen ausreichend schnell. Emirates Skywards Mitglieder in der Business Class erhalten das Internet kostenlos, sofern die Skywards-Nummer vor dem Flug in der Buchung hinterlegt ist.
Unser Fazit
Die Emirates Business Class im A380 ist nicht das modernste Produkt am Markt, das ist jedoch gar nicht der Punkt.
Wer einmal auf dem Oberdeck eines A380 gesessen, an der Onboard Lounge einen Espresso Martini bestellt und dabei vergessen hat, dass man sich gerade auf Reiseflughöhe befindet, versteht, warum dieses Flugzeug eine eigene Kategorie bildet.
Das Raumgefühl, die Ruhe im Oberdeck, die Bar, die tatsächlich als Social Space funktioniert – das lässt sich nicht mit Türen und noch mehr Privatsphäre aufwiegen. Emirates hat mit dem A380 ein Produkt geschaffen, das ein bestimmtes Gefühl erzeugt. Und genau das ist schwerer zu kopieren als jede Suite mit Schiebetür.
Bilder: LUX MINDED MAG





