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Zehn Jahre Sofitel Frankfurt Opera. Gefeiert nicht mit Gala und Reden, sondern mit einem Abend für zehn Personen, der direkt dort stattfand, wo das Haus am ehrlichsten ist: in der Küche.

Executive Chef Miguel Wagner am Counter, seine Crew im Hintergrund, jedes Gericht direkt vor den Augen der Gäste finalisiert. Kein Publikum, keine große Bühne – nur Küche, hochwertige Zutaten und das Gespräch, das entsteht, wenn man nah genug dran ist.

Miguel Wagner und die Küche des Schönemann

Miguel Wagner ist seit 2022 Executive Chef im Sofitel Frankfurt Opera und damit die kulinarische Seele des Hauses.

Gebürtig aus Bad Hersfeld, Ausbildung im Landhotel Klingerhof in Hösbach, Stationen in Sofitel München und Hamburg – Wagner kennt die Marke von innen und hat im Schönemann eine eigene Handschrift entwickelt: deutsche Küche mit französischem Akzent, regional verwurzelt, produktgetrieben.

Sofitel Frankfurt Opera

Gault Millau hat das mit 13 Punkten und der roten Haube honoriert. Das Signature Dish, Coq au Apfelwein statt Coq au vin, bringt die Philosophie auf den Punkt: Humor, Präzision und Respekt vor dem Ort.

Die Kitchen Party ist Ausdruck dieser Haltung. Kein inszenierter Fine-Dining-Abend, sondern ein echter Einblick in die Arbeit der Küche – wie sie jeden Abend stattfindet, nur diesmal mit Gästen am Counter.

Das Menü des Abends

Zehn Gänge, jeder für sich eine kleine Geschichte. Den Auftakt machte ein Dreiklang aus Burrata, Olivenbrotcrumble und Wassermelone – leicht, präzise, ein perfekter Einstieg. Es folgte eine Auster mit grünem Apfelsorbet und Petersilienöl, die in ihrer Kombination überraschender war als erwartet. Beide Gänge zeigten, was die Kitchen Party von einem klassischen Menüabend unterscheidet: Man sieht, wie ein Gericht entsteht, und versteht es dadurch anders.

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Der Bao Bun mit Short Rib, Rotkraut und frittierter Kartoffel brachte etwas mehr Körper in den Abend – und zeigte, wie Wagner asiatische Einflüsse mit regionalen Produkten verbindet, ohne dabei konstruiert zu wirken.

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Die Pastinakencreme mit grünem Tomatenchutney, Amaranth, Vanillekürbis und Fake Schweineschwarte war der vegetarische Höhepunkt der Runde, technisch ausgefeilt, im Ergebnis überraschend vielschichtig. Was auf dem Teller wie Schweineschwarte aussah, war rein pflanzlich, einer jener Momente, in denen man als Gast kurz stutzt und dann lacht.

Nach dem Mojitosorbet als Zwischenreinigung kam die Kürbiscremesuppe mit Kürbiskernen und Ingwer-Muskatnussschaum – herbstlich, wärmend, mit einer Tiefe, die man von einer Suppe nicht unbedingt erwartet.

Der gebratene Steinbutt mit Topinambur, Coppa, schwarzem Knoblauch und Liebstöckelschaum war der eleganteste Gang des Abends: klare Produktqualität, zurückhaltenes Handwerk, nichts Überflüssiges auf dem Teller.

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Das Entrecote mit buntem Gemüse und Kartoffel-Selleriepüree rundete den Hauptteil ab – klassisch in der Anlage, sorgfältig in der Ausführung.

Zum Abschluss Schokoladenmousse und ein Frankfurter Kranztörtchen: das lokale Augenzwinkern, das zu einem Haus am Opernplatz einfach dazugehört.

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Das Schönemann und was das Haus sonst noch zu bieten hat

Abseits der Kitchen Party ist das Restaurant Schönemann das kulinarische Herzstück des Sofitel Frankfurt Opera, direkt am Opernplatz, mit großen Fenstern, sattigen Sofas und Kunst an den Wänden.

Benannt nach Lili Schönemann, Goethes erster Liebe, verbindet das Restaurant Bistrokultur mit gehobenem Anspruch. Wer mittags unter Zeitdruck steht, findet im Business Lunch einen Drei-Gänge-Mittag innerhalb einer Stunde.

Wer vor einem Opernbesuch essen möchte, greift zum Pre-Theatre-Menü zwischen 17:30 und 19:30 Uhr.

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Die Lili’s Bar ist der Abendtreffpunkt für Aperitif und Cocktails. In diesem Sommer war auf der Dachterrasse mit Lillys Bar ein stimmungsvolles Pop-up aktiv – einer jener saisonalen Momente, die zeigen, dass das Haus auch abseits des regulären Angebots immer wieder neue Formate ausprobiert. Die Pommery Lounge auf der Terrasse mit Rosé und Charcuterie ist eine weitere dieser entspannten Sommeradressen direkt am Opernplatz.

Das Sofitel Frankfurt Opera feiert zehn Jahre und die Kitchen Party war der schönste Beweis dafür, dass ein Haus nach einem Jahrzehnt noch Lust hat, etwas Neues auszuprobieren. Das Format soll künftig regelmäßiger stattfinden. Wir kommen gerne wieder.

Titelbild: (c) Sofitel Frankfurt Opera

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